Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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Malogocz, wo ſie ſich ſehr ausgezeichnet hatte, ernannte der General ſie zu ſeinem Adjutanten, und belieh ſie mit der rothen Schärpe, dem ehrenvollen Abzeichen dieſer Charge. Als Langiewicz zum Dictator ernannt wurde, und ſein Name zuerſt durch ganz Europe ertönte, da theilte auch ſein weiblicher Adjutant ſeinen Ruhm, man nannte nie Langiewicz, ohne auch der Amazone Henriette Puſtowoitoff zu gedenken.

Der Leſer wird uns gern dieſe kurze Abſchweifung verzeihen, von der wir jetzt zu der Schlacht an der Nida zurückkehren.

Die Ruſſen waren dem kleinen polniſchen Heere an Zahl bedeutend überlegen, überdies waren es gut bewaffnete, gut einexercirte Gardetruppen aber eins hatten die Polen vor ihnen voraus, die Begeiſterung denn ſie kämpften für Altar und Heerd, für die höchſten Güter einer Nation, der Zorn befeuerte ſie gegen die maßlos unterdrückende Macht, deren gezwungene Schergen nur die ruſſiſchen Soldaten waren.

Einen ganzen Tag lang dauerte der Kampf, nur wenig Vortheile er⸗ rangen die Ruſſen, und als die Dämmerung herabſank, da war der Kampf keineswegs ſo entſchieden, daß ſie ſich als Herren des Schlachtfeldes hätten anſehen können.

Vierhundert Todte bedeckten polniſcherſeits das Schlachtfeld, und hun⸗ dertundfünfzig Gefangene hatten die Ruſſen gemacht doch die Verluſte

der letzteren waren keineswegs geringer.

Da plötzlich entſteht eine Bewegung in der Aufſtellung der Inſurgen⸗ ten, deren eigentlicher Zweck den ruſſiſchen Befehlshabern bei dem unſicheren Lichte der Abenddämmerung nicht erkennbar iſt.

Langiewicz hat verſchiedenen Abtheilungen den Befehl gegeben, ſich zu detachiren und in die nächſten Wälder zurückzuziehen; einige Andere, darun⸗ ter diejenige, deren Commando er perſönlich geführt, erhalten Ordre, den Ruſſen noch, ſo lange es irgend geht, einen Sieg ſtreitig zu machen, den er ihnen nicht mehr entreißen kann.

Die Befehle waren die Folge einer ernſtlichen Berathung des Dictators mit den ihm untergebenen Befehlshabern. Zu überwinden waren die gegen⸗ überſtehenden Ruſſen nicht, und überdies mußte die Unmöglichkeit anerkannt werden, ſich mit der ganzen Armee, in den vom Feinde ſo ſchrecklich mitge⸗ nommenen Woiwodſchaften Sandomir und Krakau noch länger zu erhalten. Es wurde daher der Beſchluß gefaßt, das ſeit ſo kurzer Zeit erſt zuſammen⸗ gezogene Heer wieder in kleinere Corps aufzulöſen, die ſich einzeln leichter zu ernähren vermochten, und mit dieſen die Ruſſen bald hier, bald da zu beunruhigen, während Langiewicz mit ſeinem Stabe über die naheliegende öſterreichiſche Grenze ſich zurückzuziehen und von Galizien aus nach der Woiwodſchaft Podolien zu gelangen ſuchen ſollte, wo friſche Truppen in einem weniger mitgenommenen Landſtriche ſeiner warteten.