Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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Es war ihm indeſſen nicht vergönnt, einen weſentlichen Erfolg ſeiner mit ſo vieler Umſicht begonnenen Thätigkeit zu ſehen.

Das Mißgeſchick, das ſich mit Vorliebe an die Sohlen der bedeutend⸗ ſten und begabteſten Männer heftet, verfolgte auch ihn, und ſchnitt ſeine glorreich betretene, das unglückliche Polen zu den größten Erwartungen be⸗ rechtigende Laufbahn mißgünſtig ab.

Durch das Anrücken einer bedeutenden ruſſiſchen Streitmacht ſah er ſich gezwungen, mitten unter ſeinen organiſatoriſchen Vorarbeiten, mit ſeiner wenig zahlreichen, noch lange nicht genug eingeübten Armee dem Feinde entgegenzugehen.

Am Ufer der Nida, einem kleinen Flüßchen, welches die öſterreichiſche Grenze berührt, kam es zum Treffen.

Langiewicz hatte ſämmtliche Corps aus den Woiwodſchaften Sandoniir und Krakau an ſich gezogen; unter ihm commandirten, außer dem ſchon ge⸗ nannten Bentkowski, namentlich Sakol und Janowski. An ſeiner Seite ritt die kühne Amazone Henriette Puſtowoitoff, Adjutantendienſte bei ihrem ge⸗ liebten Helden verſehend, und bei Gelegenheit Piſtol und Säbel trotz dem älteſten Krieger handhabend.

Henriette Puſtowoitoff iſt, obwohl, wie unſere Leſer bereits geſehen haben, keineswegs die einzige Dame, welche in den Reihen der polniſchen Patrioten kämpft, eine der romantiſchſten Erſcheinungen in ihrem Heere. Ruſſin von Geburt und in dem Bekenntniß der griechiſchen Religion er⸗ zogen, begeiſterte ſie ſich ſowohl für die römiſch⸗katholiſche Lehre wie für die Sache der unglücklichen Polen in dem Grade, daß ſie in den Schooß der alleinſeligmachenden Kirche übertrat und während der Jahre 1861 und 1862 bei allen patriotiſchen Kundgebungen in Lublin, welche Stadt ſie bewohnte, eine hervorragende Rolle ſpielte. In Folge ihres Uebertritts zur katholiſchen Kirche ließen die ruſſiſchen Behörden ſie einſperren, zuerſt in Lublin, ſpäter in der Citadelle von Krzemeniec. Dort ſaß ſie ſeit elf Monaten gefangen, als der Befehl eintraf, ſie zunächſt nach Zamosc und von da nach einem Kloſter in Kiew, worin ſie lebenslänglich detinirt werden ſollte, zu trans⸗ portiren. Auf dem Wege nach Zamose wurde ſie indeſſen am 24. Januar aus den Händen ihrer Escorte durch einen Trupp Inſurgenten befreit und in das Lager des damaligen Generals Langiewicz geführt. Die bedeutende Perſönlichkeit des Polenhelden machte einen ebenſo ſchnellen als gewaltigen Eindruck auf ſie, und auch ihm konnte das kühne, lebhafte, zwar nicht klaſ⸗ ſiſch ſchöne, aber doch ſehr anziehende Mädchen nicht gleichgültig bleiben. Bald ſchlang ein zartes Band ſich um dieſe beiden außerordentlichen Natu⸗ ren. In allen Treffen und Gefechten war Henriette an Langiewicys Seite; die Liebe zu ihrem Helden verlieh ihr eine Kraft und eine Ausdauer, wie ſie ſonſt dem zarteren Geſchlechte nicht eigen ſind. Nach dem Kampfe von

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