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ſein nannte, rückhaltslos geopfert— diejenigen, welche ihm einſt zugejauchzt, ja ſolche, welche ſich ſeine Freunde genannt— hatten keine Rückſicht für ſeine Wittwe und ſeine Kinder.
Baar Geld macht Frieden, hatte der Landammann
endlich gedacht, da ein Vergleich nicht zu Stande kom⸗
men wollte, und die Hälfte des eigenen Vermögens dahingegeben, um der Schweſter die Heimat zu retten.
An all das dachte er, und er fragte ſich ſelber, ob all dieſe herzloſen kleinlichen Geſchöpfe werth ſeien, daß man für ſie ſterbe, wie Wenggy, für ſie lebe wie er... Da wurde ihm gemeldet, daß Profeſſor Hermann in Begleitung eines anderen Herrn ihn zu ſprechen wünſche.
Gleich darauf traten auch die Angemeldeten ein.
In der Geſellſchaft des Profeſſors befand ſich ein jünge⸗
rer Mann, deſſen Auftreten und Ausſehen bewieſen, daß er kein Schweizer war.„Herr Landammann“,
ſagte der Profeſſor,„ich ſtelle Ihnen hier meinen ein⸗
ſtigen Zögling und jetzigen Freund, den Herrn Ritt⸗ meiſter von Wolfsegg vor—“
Der Landammann ſchaute betroffen auf.
„Den Bruder Angelikas“, fügte der Rittmeiſter in der gewinnendſten Weiſe hinzu, indem er ſich vor
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