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als er dem deutlich ausgedrückten Wunſche des Nativ⸗ nalraths Folge leiſtend ſeine Hand in die zitternde des Kranken legte.
Die Augen des Nationalraths öffneten ſich immer größer und wurden immer glänzender. Hedwig war aufgeſtanden und ließ es ruhig geſchehen, daß der Nationalrath ihre Hand in die des Profeſſors legte. Ihr Geſicht war feierlich ernſt, und wie auf gemeinſamen An⸗ trieb knieten ſie zu beiden Seiten des Sterbenden nieder.
Jetzt begann dieſer auch zu reden, anfangs müh⸗ ſam und unverſtändlich, aber immer ſicherer und hör⸗ barer:
„Ihr ſeid gut— beide gut— und die Vereinigung des Guten kann nichts Böſes ſchaffen— ich war im Unrecht— ich werde nicht lange mehr leben— ich möchte gut machen.“ Der Landammann trat vor:
„Du haſt gefehlt in der beſten Ueberzeugung, Schwager.“
Der Nationalrath, noch immer die Hände der beiden Knieenden haltend, heftete ſeine weitoffenen Augen auf den Landammann. In ſeine Wangen ſchoß jähe Glut:
„Gefehlt?“ ſagte er, und ſeine Stimme klang trotz der raſchem Athemzüge laut und verſtändlich. „Ich hatte Unrecht gegen dieſe beiden— ſonſt gegen


