Druckschrift 
Die Volksbeglücker : eine Erzählung : ein Band / von Max von Schlägel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

macht aus kleinlichen Sorgen.

,

265

Niemanden. Ich hatte nicht das Recht, ihr Glück zu hindern um meinetwillen, der Verkünder der Freiheit und der ewigen Menſchenrechte durfte Niemandem Freiheit und Liebe rauben wollen um ſeinetwillen. Das iſt's was ich gut zu machen habe ſonſt nichts.

Ein leiſes Schluchzen in der Nähe lenkte die Blicke des Kranken zur Seite. Da ſtand ihrer Be⸗ wegung nicht mächtig Frau Bertha an ihre Seite* drängten ſich Anneli und Kläreli. Der Nationalrath ließ die Hände der Verlobten aus den ſeinen und ſtreckte die bebende Rechte nach ſeiner Frau aus. Sie näherte ſich ihrem Manne langſam und mit einer Art Ehrfurcht, dann fiel ſie neben dem Stuhle nieder und verbarg ihr Haupt in ſeinen Kiſſen.

Die Kinder ſtanden weinend neben ihr.

Erſt jetzt ſehe ich, was Du mir biſt, Wenggy! rief Frau Bertha ſchluchzend.Erſt jetzt erkenne ich ganz Deine großen und edlen Eigenſchaften. Ver⸗ zeihe mir, wenn ich Dir ſo oft das Leben ſchwer ge⸗

Der Nationalrath taſtete liebkoſend über das Ant⸗ litz der Gattin. Aus ſeinen Augen leuchtete die innigſte Liebe.

Du haſt es gut gemeint, Bertha, ſagte er