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Die Volksbeglücker : eine Erzählung : ein Band / von Max von Schlägel
Entstehung
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ſchen, charakterfeſte Bürger ſogleich dahin bringen kann, Prinzipien abzuſchwören, die ſie noch vor Wochen mit flammender Begeiſterung auf ihre Standarte geſchrie⸗ ben. Ja ich komme mir vor wie ein Soldat, der von allen ſeinen Kameraden verlaſſen, auf ſeinem Poſten ausharrt, allein die Fetzen der zerriſſenen Fahne in der Hand, zu der einſt alle geſchworen. Der Feind wälzt ſich in gewaltigen Maſſen heran, der Fahnen⸗ träger ſieht, daß er fallen muß, aber er ſchwingt noch einmal das Banner, daß es hoch durch Lüfte weht und fällt. Mitbürger! Das Banner der Menſchen⸗ würde und der Volksrechte, Ihr habt es mir anver⸗ traut, Ihr habt es einſt mit mir hochgehalten Ihr habt mich verlaſſen, Ruhe und Verleumdung haben Euch fahnenflüchtig gemacht und eingeſchläfert. Mit⸗ bürger, Mitkämpfer ich habe mich meiner Pflichten nicht ledig erklärt, ich habe das verlaſſene Banner nicht feig von mir geworfen, nicht nur an mich ge⸗ dacht und an mein eigenes Heil! Nein, dieſes Banner, ich halte es noch hoch und werde es immer hoch hal⸗ ten, ſelbſt mit ſterbenden Händen. Das angefangene herrliche Werk der Befreiung von Beamtendruck und Herrenwillkür, wenn Ihr es verlaßt, ich, Euer Wenggy,

werde es ſtützen mit den Händen eines einzigen

Mannes und mit meinem letzten Athemzuge werde ich