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241 „Ich wollt', ich wär begraben, Tief in dem ſtillen See.“
„Nein, Hedwig, Du ſollſt leben— für mich!“ rief der Profeſſor, durch das Wiederſehen überwältigt, und ließ ſich auf die Stufe nieder, von der Anneli erſchreckt aufgeſprungen war. Mit ſcheuen Zlicken ſchlichen ſich die Kinder fort.
Hedwig ſchaute dem Profeſſor mit überraſchtem
freundlichen Lächeln ins Geſicht und überließ ihm
willig die Hand, die er ergriffen hatte. „Gewiß!“ ſagte ſie und neigte ſich zu ihm.
„Alſo biſt Du anderen Sinnes geworden und
willſt nun mir gehören?“
Hedwig ſchüttelte den Kopf.
„Aber die Verhältniſſe ſind ja ganz andere ge⸗ worden. Dein Schwager iſt geſtürzt, ohne mich. Was kann ihm unſere Heirath ſchaden!“
„Sie thut ihm weh! Und er iſt ohnehin unglück⸗ lich genug. Sieh, ich habe es nie begreifen können, wie in der Natur ſich Tod und Leben drängen, wie
auf der Stelle, wo eben ein Blümlein geſtorben iſt,
gleich wieder ein anderes wachſen kann. Ich kann mein Glück nicht aufbauen auf dem Elend Weng⸗ gys.“.
v. Schlägel, Die Volksbeglücker. 16


