unſerer Familie ſo recht nach Bequemlichkeit zu leben, ſondern daß eben auch die Mitwelt, das Volk An⸗ forderungen an diejenigen hat, die ihm nützen können; daß ich als Nationalrath, als Kantonsrath nicht mehr ſo viel Zeit im Kreiſe meiner Familie zubringe, wie als Gemeindeſchreiber in meinem Heimatſtädtchen, das geht ihr nun und nimmer in den Sinn... Heute z. B. iſt die Monatsverſammlung meiner politiſchen Freunde; ich ſoll einen längſterwarteten Vortrag hal⸗ ten über die Erweiterung der Volksrechte, über Veto und Referendum, und meine Frau findet das un⸗ erträglich mit meinen Pflichten als Jubelgreis.“
Frau Bertha richtete ſich auf, und um ihren vollen rothen Mund zeigte ſich ein Zug von bitterem Ernſt, wie ihn der Profeſſor jetzt zum erſten Mal dort entdeckte.
„Ich weiß es nur aus Deinen eigenen Schriften, daß die Familie die wahre Grundlage einer jeden ſtaatlichen Ordnung iſt; daß da, wo das Familien⸗ leben Noth leidet, früher oder ſpäter auch das ganze Gemeinweſen krank wird. Ich weiß es auch ſehr wohl zu unterſcheiden, was die Bedürfniſſe des armen Volks ſind, oder die Privatgelüſte von Deinen ehr⸗ geizigen Freunden, die ſich nur mit Deiner Hilfe auf die grünen Seſſel im Regierungsrath ſetzen möchten


