Aufmerkſamkeit für die Bedürfniſſe ihrer Nichten, band ihnen die Servietten um, legte ihnen vor und that dies mit ihrem gewöhnlichen Ernſt, aber in ſo ver⸗ ſtändiger Weiſe, daß der Profeſſor auch die religiöſe Schwärmerin und die überſpannte Romanleſerin aus ſeinem Beurtheilungsregiſter fallen laſſen mußte.
Das Geſpräch wurde nur von Frau Bertha, ihrem Manne und dem Profeſſor geführt.
„Sie werden entſchuldigen müſſen,“ leitete der der Nationalrath daſſelbe ein,„wenn meine Frau mir gegenüber ihren heimatlichen Dialekt ſpricht. Sie be⸗ hauptet, ohnehin nicht ſehr geiſtreich zu ſein und bei den Bemühungen, hochdeutſch zu radebrechen, verliere ſie immer ihre beſten Gedanken.“
„Wahr iſt's,“ lachte Frau Bertha,„daß ich mir immer vorkomme als ob ich Komödie ſpiele, wenn ich mit meinem Mann hochdeutſch rede. Wenn ich mit Fremden allein bin, ſo geht's, iſt aber mein Mann dabei, ſo iſt's mir nit möglich, anders zu reden als wir immer reden.“
„Ich verſtehe den allemanniſchen Dialekt vollkom⸗ men,“ entgegnete der Profeſſor,„habe mir ſogar auf meine Kenntniß deſſelben ſchon oft etwas zu gut ge⸗ than und Hebelſche Gedichte vorgeleſen. Das war jedoch in Deutſchland, wo ich keiner Kritik ausgeſetzt
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