Langſam und zögernd kam die ſchlanke Geſtalt hervor aus dem Halbdunkel, das ſie ſehr zu lieben ſchien, und ſtreckte ebenfalls ihre Hand aus:„Willkom⸗ men!“
Aber das„Willkommen“ klang anders, als das, welches aus dem von Güte ſtrahlenden Antlitz und zwiſchen den rothen Lippen der Frau Bertha hervor⸗ gekommen war.
Nicht, daß es unfreundlich geweſen wäre, die ſchmale Hand der Schwägerin legte ſich herzlich zwi⸗ ſchen die vor freudiger Rührung leiſe zitternden Fin⸗ ger des Profeſſors und nahm ſeinen Händedruck arg⸗ los und zutraulich entgegen. Aber es lag etwas in dieſer hohen, leiſe vorgebeugten Geſtalt, in dieſen ruhi⸗ gen bleichen Zügen, den großen hellbraunen, nur et⸗ was ſtarren Augen, in den leiſe zuckenden Lippen, als habe ihnen das kleine Wort Mühe gemacht, das ſie eben geſprochen, es war etwas in dieſer ganzen lieb⸗ lich⸗fremdartigen Erſcheinung, zu dem die einfache bür⸗ gerliche Herzlichkeit des Wortes nicht paßte. Es war auch dem Profeſſor, als ob ſich ſein Herz ſchmerzlich zuſammenziehe unter dieſem großen Auge, das leer und theilnahmlos auf ihm ruhte, als ſei alles rings⸗ umher nur eine gemalte Welt von bunten Vorhängen nicht werth, das Auge daran zu ergötzen, und als


