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Miniſter Ratty, mein langjähriger Freund, hat ihn mir beſonders warm empfohlen, und es verſteht ſich von ſelber, daß er von heute an bei uns wohnt und
ein Glied unſerer Familie bildet. Herr Profeſſor Her⸗
mann, meine Hausfrau, Frau Bertha,— meine Schwägerin, Jungfrau Hedwig.“
Der Nationalrath hatte das alles mit einer ge⸗ wiſſen Feierlichkeit geſagt und ſich ſeiner heimatlichen Sprachweiſe ſo wenig entziehen können, daß er ſogar auf den Titel Miniſter, den ſein einſtiger Freund führte, einen gewiſſen Nachdruck legte.
Frau Bertha, das ſchöne, etwas breite Geſicht man möchte ſagen von ſtrahlendem Wohlwollen über⸗ goſſen, reichte ihm ihre Hand hin:„Willkommen!“
In dem einfachen Wort und der Art, wie es ausgeſprochen ward, lag eine ſo herzgewinnende Freund⸗ lichkeit, daß Profeſſor Herman ſich unwillkürlich nie⸗ derbeugte, um Frau Berthas Hand zu küſſen. Aber ſchon war dieſe zurückgezogen worden, und der Natio⸗ nalrath, der den ganzen Vorgang bemerkt hatte, ſagte, wie um das Erröthen ſeiner Frau zu entſchuldigen, ſcherzend:
„An ſolche Höflichkeit ſind unſere einfachen Schwei⸗ zerfrauen nicht gewöhnt— nun Hedwig, was iſt es mit Dir? Bieteſt Du unſerem Freund kein Willkommen?“


