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Die Volksbeglücker : eine Erzählung : ein Band / von Max von Schlägel
Entstehung
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damals in Haß oder Gunſt wenigſtens einmal des Tages über die Lippen eines jeden Eidgenoſſen ging, und gab die gewünſchte Erklärung: der Herr Gerichts⸗ ſchreiber Wenggy wohne in der Falkenburg; wenn der Herr näher ans Fenſter trete, könne er ihm das Haus zeigen.

Das ſchloßähnliche Gebäude lag ziemlich entfernt, doch auf ſolcher Höhe, daß man es nicht blos von weitem ſehen, ſondern auch von dort aus eine herr⸗ liche Ausſicht genießen mußte.

Der Fremde dankte, entfernte aus ſeinem Hute ein paar zu romantiſche Beulen, ſuchte ſich unter al⸗ ten Glacéhandſchuhen das am wenigſten defekte Paar heraus und machte ſich auf den Weg nach der Falken⸗ burg.

Wir haben im Eingange erwähnt, daß der Mann mit dem breitrandigen Hute ein energiſches Geſicht, braunes, lockiges Haar und klare ſinnende Augen hatte. Das iſt zu wenig, denn mit allen dieſen an und für ſich nicht zu verachtenden Eigenſchaften kann man recht häßlich ſein. Alſo war er ſchön? Das auch wie⸗ der nicht, das wäre zuviel unſere Damen und Ro⸗ manſchreiber haben da einen Ausdruck erfunden, der ſehr billig über dieſe Kluft zwiſchen ſchön und häßlich hinweg führt eineintereſſante Erſcheinung. Da⸗