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Die Volksbeglücker : eine Erzählung : ein Band / von Max von Schlägel
Entstehung
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Weit hinter dieſen raſchen Seemöven zurück blie⸗ ben die Ruderkähne, in welchen größere Geſellſchaften ſaßen. Kunſtloſe Lieder im Chor geſungen drangen herüber, und die aufrechtſtehenden Ruderer mit ihren langen Rudern ſtießen dazu den Takt. Vom Abend⸗ roth beleuchtet fielen die goldenen Tropfen von den Ruderſchaufeln in den ſpiegelglatten See.

Die Dampſſchiffglocke läutete, eine bunte reichge⸗

kleidete und glücklich ausſehende Menge drängte ſich

am Geſtade, Hotels ſtiegen wie Paläſte vor ihm em⸗

por, alterthümliche Brücken, auf denen ſich das Volk

drängte, verbanden die Ufer des Fluſſes, in welchen der See endete.

Im Lande der Freiheit, murmelte der Mann mit dem breitrandigen Hute noch einmal, als er dies Bild des Glücks und Lebens ſah, nahm ſein Gepäck in die Hand und ging ans Ufer in ein nahegelegenes Gaſthaus.

Die Kellner muſterten ihn erſtaunt ob ſeiner we⸗ nigen Habſeligkeiten, er achtete nicht darauf und ließ

ſich ein Zimmer geben. Dort reinigte er ſeine beſtaub⸗

ten Kleider, dann klingelte er und fragte den eintre⸗ tenden Kellner, wo der Nationalrath Wenggy wohne. Der Kellner betrachtete ſich erſt den beſcheidenen Tou⸗ riſten, dann wiederholte er den gefeierten Namen, der