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por vor ſeinen eigenen Gedanke.¹. Er ſchob den breit⸗ randigen Hut aus der Stirne und ſchaute um ſich. Raſtlos ſchaufelte der Dampfer zwiſchen den immer näher zu einander herantretenden Ufern dahin, die Häuſer der Uferdörfer, die Villen am Geſtade wurden immer deutlicher, die den See umſchließenden Berge immer höher. An dem faſt ſpitzen Ende des Sees, ihn mit ihren glänzenden Häuſern und grünen Cärten um⸗ klammernd, lag eine Stadt, eine große, prächtige Stadt, überragt am Bergabhang von herrlichen Gebäuden an⸗ tiken Stils, Werkſtätten des menſchlichen Geiſtes.
Immer zahlreicher wurden die Segel und die Schifflein, die an dem Dampfer neugierig ſich nähernd vorbeiglitten. Es waren eigenthümliche Segelbote, welche in der Mittegblos einen kleinen offenen Raum für we⸗ nige Perſonen hatten; das mächtige Segel war an der Spitze angebracht, der Abendwind blies mächtig hinein, daß ſich die Nußſchale weit vorn überlegte und rau⸗ ſchend dahinfuhr, links und rechts den Silberſchaum neben ſich emporſpritzend.
Und die Segler, meiſt junge Leute in eleganten Matroſenkleidern, ſtanden aufrecht drinnen und ſchau⸗ ten mit den luſtgerötheten Wangen in den glühenden Abendhimmel und auf die roſenroth erglänzenden Gletſcher des Oberlands.


