des Herz. René faßte ihre Linke, die ſchlaff an der Lehne des Stuhls herunterhing, und führte ſie an die Lippen.
„Dann werde ich ſie fragen, ob ſie mein Weib werden will, und Sie werden uns ſegnen, Mutter!“
Die Baronin wandte ſich halb zur Seite, um über ihr ſchmerzvoll zuckendes Geſicht die Herrſchaft wiederzugewinnen, dann entzog ſie ihrem Sohne raſch die Hand, und als ſie ſich wieder umwandte, zeigte ihr Geſicht wieder die gewöhnliche ernſte Strenge.
„Du biſt meinem Rathe längſt entwachſen, René, und wenn ich auch glaubte, daß wir in unſerer Zeit doppelt die Verpflichtung haben, die Reihen feſter zu ſchließen gegen die Flut, die über uns hereinbrechen will, und keins unſerer heiligen Rechte leichtfertig von uns zu werfen, es muß Jedem überlaſſen bleiben, ob er das Opfer bringen oder ſich der neuen Zeit und ihren Strömungen überlaſſen will. Auch Dir muß das überlaſſen bleiben, René, und nur mit ſtummer Trauer blickt die Mutter auf den verfehlten Traum ihres Herzens. Ich hatte es mir ſo ſchön gedacht, es iſt anders geworden. Vielleicht hatte ich Unrecht und bin eine Thörin, daß ich nicht auch der Flut ent⸗ gegenjuble, die gegen uns heranbrauſt, und vereint mit dem Pöbel, der es herabgeſtürzt, lachend um die Trüm⸗


