Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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von uns das Leben große Entſcheidungen; die Schwe⸗ ſter des wüſten Republikaners wird Dich ſtündlich ver⸗ letzen, ohne es zu fühlen und zu wollen, und Du wirſt um ſo elender ſein, je mehr Dein Zartgefühl Dir be⸗ fehlen wird, die Gefühle des Mädchens zu ſchonen, das Du aus Elend und Dunkelheit zu Dir emporge⸗ hoben haſt. Du haſt mir Dein Vertrauen geſchenkt, René ich ſage Dir offen und rückhaltlos, was ich fürchte.

Die Stimme der Matrone zitterte bei ihren letzten Worten. René hatte ſeine gewöhnliche Ruhe und Feſtig⸗ keit wiedergewonnen.

Ich ehre Ihre Worte, Mutter, und ſie mögen ja bei gewöhnlichen Menſchenkindern zutreffend ſein, ich kann jedoch nicht annehmen, daß ein Weſen, welches an Schwäche und Laſter gekettet war ein ganzes Ju⸗ gendleben und ſich dennoch rein erhalten hat von jedem unreinen Hauch, jener zarten Gefühle ermangele, ohne welche feiner geartete Naturen verkümmern. Für mich

gibt es nur noch eine Frage, die mich quält, Mutter. Und dieſe iſt?

Ob Louiſon in Allem, was ſie that, allein aus Edelmuth gehandelt hat, oder ob ſie mich liebt. Und wenn ſie Dich liebt?

Die Matrone führte die Hand an ihr hochklopfen⸗ 2

v. Schlägel, Nach uns die Sündflut. III.