welche ſo oft ſchon gegen uns und unſere Privilegien herantobte und uns zur Guillotine ſchleppte und unſere Häuſer verwüſtete; jene treibt der Haß und Hunger eines Tages, uns leitet eine Sendung für alle Zukunft; ich werde das erhebende Bewußtſein derſelben nicht leichtfertig opfern um einer hübſchen modernen Phraſe willen, wie Du, René.“
René war überraſcht. Er hatte ſonſt wirklich anders geſprochen als heute, aber er hatte auch anders gefühlt. Was war die Sendung, von der ſeine Mut⸗ ter ſprach, gegenüber der Aufopferungsfähigkeit, dem inſtinctiven Abſcheu Louiſon's vor allem Gemeinen? Und es machte ihn ſo glücklich, zu wiſſen, daß ſie beſ⸗ ſer war als er; konnte er da noch an eine Sendung glauben, die ihn ſchon in der Wiege über die Geliebte erhoben hatte und ihn glauben machen wollte, er ſei ſchon beſſer als die Geliebte, darum, weil er ſei?
René fühlte, daß er ſeine Mutter gekränkt hatte. Auch das that ihm unendlich leid. Er hatte ſonſt Selbſtſtändigkeit genug, ſeine von den Meinungen ſeiner Mutter oft abweichenden Anſichten zu verfechten, ſelbſt gegen ſie und mit einer Energie, die nur durch die Zähig⸗ keit der alten Dame übertroffen ward. Heute konnte er das Geſpräch auf dieſe Weiſe nicht fortſetzen. Er


