36
Louiſon wollte gehen.
Der Portier trat ihr in den Weg.
„Wenn Sie noch andere Adreſſen zu wiſſen wün⸗ ſchen außer der des Lords, meine Schöne, da iſt zum Beiſpiel der Herzog von Beaufort. Sie brauchen blos zu ſagen, daß ich Sie ſchicke, wohnt—“
Louiſon wurde dunkelroth im Geſichte und ſuchte an dem Portier vorbeizukommen.
„Ich habe blos die eine Adreſſe nöthig, ich danke Ihnen“, ſagte ſie mit großer Beſtimmtheit.
„Seine Herrlichkeit der Herr Herzog ſind ein ſehr galanter und edelmüthiger Cavalier; ſchon manche junge Dame war mir dankbar.“
Der Portier ſuchte Louiſon mit ſeiner weißen ab⸗ geſtorbenen Hand unterm Kinn zu faſſen.
Sie richtete ſich hoch auf und heftete ihre dunklen Augen voller Glut auf ihn.
„Elender!“
Der hellblaue Thürſteher prallte zurück, Louiſon ſchritt raſch durch das Thor.
Auf der Straße angelangt, hatte ſie Mühe, die Thränen des Zorns und der Scham zurückzuhalten, die ſich ihr in die Augen drängten.
„Es iſt erbärmlich“, knirſchte ſie;„weil mein Körper nicht mit bunten koſtbaren Lappen be⸗
——


