35
„Ich wünſchte die Wohnung des Lord Watkins zu wiſſen.“
„Des Lord Watkins? Ja, die kann ich Ihnen ganz genau ſagen. Doch nein, ich erinnere mich nicht mehr der Nummer. Wollen Sie nicht eintreten, mein Fräulein?“
Die kalten gläſernen Augen des Domeſtiken glit⸗ ten über das junge Mädchen hin und hatten in einem Augenblick die kleinſte Einzelheit ihres ärmlichen An⸗ zugs erſpäht. Das Lächeln des Portiers ward dreiſter, ſo guter Franzoſe er war, er ſuchte die engliſche Be⸗ tonung des Franzöſiſchen nachzuahmen.
„Ich danke Ihnen, mein Herr. Ich werde Ihren Beſcheid hier erwarten.“
„Wie Sie wollen, meine Schöne!“ entgegnete der Thürſteher etwas beleidigt und verſchwand.
Nach kurzer Zeit kam er wieder.
„Seine Lordſchaft wohnen Avenue Courſeuil drei⸗ zehn, ganz nahe an den Elyſeiſchen Feldern. Er hat das Hotel für zehn Jahre gemiethet und hält ſich um dieſe Zeit gewöhnlich im Garten auf. Jawohl, Sie wer⸗ den Seine Lordſchaft jetzt im Garten treffen. Sagen Sie dem Concierge nur, ich hätte Ihnen geſagt, Seine Lordſchaft wären im Garten.“
„Ich danke Ihnen.“


