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ein Bauernjunge aus der Bretagne und ſollte Theolo⸗ gie ſtudiren. Er kam nie dazu, denn eine Gehirn⸗ krankheit, die Folge ſeines Lebens, machte ihm den Garaus. Während der Phantaſien ſeiner Krankheit improviſirte der blöde gefräßige Burſche die ſchönſten Gedichte in bretagniſcher Mundart. Fragt Euern Bru⸗ der Jean, der kannte ihn. Ich habe das poetiſche Fieber hinter mir, und wenn dieſe Canaillen von Men⸗ ſchen nicht die tolle Einrichtung getroffen hätten, daß man einen reichen Vater gehabt haben oder ſich zuerſt halb todt arbeiten muß, um angenehm zu leben, ſo würde ich alle meine Tage in vollkommener Zufrieden⸗ heit in der Cremerie St.⸗Jacob und der Braſſerie de la Fontaine Racine zubringen.“
Louiſon, im Begriff zu gehen, ſah nachdenklich zu Boden.
„Und doch hörte ich Euch vor wenigen Tagen noch begeiſterte Worte ſprechen von Freiheit und Gleich⸗ heit. Wenn Ihr wirklich ſo materiell dächtet, wie Ihr redet——
„Ich denke ſo“, ſagte Reymond leiſer,„aber ich weiß auch, daß ich keinen Hund unter dem Ofen her⸗ vorlocken würde, wenn ich Jedem ins Geſicht ſagen würde: Du biſt eine Canaille und ich bin eine Ca⸗ naille, wir ſind beide erbärmliche Tröpfe, die genießen


