„Dann werde ich ſie holen“, rief Jean Jaccard. „Fahren Sie mich zurück—“
„Bruder!“ ſagte Louiſon tief und ernſt mit dem Ausdruck eines unwiderruflichen Entſchluſſes,„Du weißt, ich bin nicht eigenſüchtig, ich habe ohne Klage, ohne Groll mich allen Thorheiten unterworfen, Die Du für Nini begannſt. Ich that es gern, ſolange ich glaubte, daß ſie zu Deinem Glück nothwendig ſei. Wie Du hielt ich Nini blos für thöricht, nicht für ſchlecht, heute jedoch hat ſie uns öffentlich verleugnet in einer Geſellſchaft von Narren und Schurken. Es würde mir das Herz brechen, wenn ich mich von dem einzigen Menſchen, dem ich angehöre, abwenden müßte, aber ich müßte Dich verachten, Jean Jaccard, wenn Du Dich nicht von Nini losſagteſt. Wähle zwiſchen ihr und Deiner Schweſter!“
Mondélion's Herz zog ſich ſchmerzlich zuſammen. Derſelbe Mund, aus dem er ſo eben die erſten entzücken⸗ den Laute jungfräulicher Liebe vernommen, ſtellte jetzt in ſcharfen, entſchiedenen Worten dem ſchwachen Bru⸗ der die ſchmerzlichſte Alternative.
Es war ihm, als ſei er ſelber um Monate älter und zögere vor einer gewaltigen Entſcheidung, und Louiſon, die ihn noch eben mit lächelndem Munde ge⸗ küßt, ſtehe mit ſtarrem Antlitz vor ihm und ſage mit
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