„Man ſollte ihnen die Zunge ausreißen, den fei⸗ len Schurken 18
Louiſon nickte beſtätigend mit dem Kopfe.
Nini Berton ſchaute ſpöttiſch auf die Beiden.
„Ich weiß nicht, was Ihr immer gegen den Kaiſer habt“, ſagte ſie;„ich liebe ihn, denn er ſorgt immer für etwas Neues in Paris.“
„Ja, ja, Du haſt Recht, Nini!“ ſagte Jean Jac⸗ card mit einem Lächeln, wie man einem Kinde Recht gibt.„Dein Kindermund ſpricht das ganze Geheimniß dieſer Herrſchaft aus! Brod und Spiele! Was will dieſes ſklaviſche Volk mehr!“
„George Reymond ſagte neulich, er rechne auf den Tag, wo das Brod mangle!“ bemerkte Louiſon nach⸗ denklich und richtete ihre ſchwarzen Augen auf die Rennbahn, wo eben die Cavaliere abritten, um im Schritt die ganze Bahn zu durchmeſſen.
Die Muſikbanden ſpielten rauſchende Weiſen, das Volk jubelte beim Anblick einzelner Reiter und Pferde. Langſam kamen ſie einher, mühſam die feurigen Thiere zügelnd, die jüngſten und reichſten Cavaliere Frank⸗ reichs, die Mitglieder des Jockeyclubs, hervorragende junge Offiziere des Kaiſerreichs, alle in der kleidſamen Renntracht. Der Wind blähte die bunten Atlasblouſen auf, die ſie trugen, und die gleichfarbigen Mützen; die


