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die Liebe iſt eben der größte Egoismus des Herzens, wie ſie ſeine größte Kraft und Tugend iſt.“
„Der größte Egoismus des Herzens“, wiederholte Louiſon langſam und ſinnend.
Graf Entretout begrüßte den Studenten und knüpfte mit ihm eine Unterhaltung über die Zeitereig⸗ niſſe an. Jean Jaccard hatte, ſo wenig er auch in der großen Welt verkehrt hatte, Takt genug, auf die leichte Weiſe des Grafen einzugehen und allen ernſtern Pointen des Geſprächs auszuweichen.
Die Baronin war eingetreten, und Hand in Hand gingen ihr Louiſon und René entgegen. Die Baronin verneigte ſich mit der ihr ſtolzen Würde gegen die Ein⸗ geladenen, dann reichte ſie dem Brautpaar die Hände.
„Es wird Zeit, in die Kirche zu fahren, meine Kinder!“ ſagte ſie mit bewegter Stimme.„Es freut
mich“, wendete ſie ſich an Louiſon,„daß vor dem
Glanze dieſes Tages die letzten Wolken von dieſem Antlitz verſchwunden ſind.“
Sie küßte Louiſon auf die Stirn und ſah darauf ſtolz um ſich, als fordere ſie diejenigen auf vorzutreten, welche etwa ihr Recht bezweifeln ſollten, diejenigen an ihre Seite zu erheben, die ihrer würdig ſeien.
„Frau Baronin!“ ſtammelte Louiſon.
„Deine Mutter!“ antwortete die alte Dame und


