Teil eines Werkes 
4. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

171

Zeit und der eigene Wille morgen wieder aus einander reißen?“

Auch René war ernſt geworden.

„Ich geſtehe es“, ſagte er,„auch ich hätte es gern geſehen, daß Du Deine Kenntniſſe und Dein Talent dem Vaterlande weihteſt, ich zweifelte keinen Augenblick, daß Du es thun würdeſt, und ich war ſchmerzlich über⸗ raſcht, als ich Deinen Entſchluß erfuhr; aber in meinen perſönlichen Gefühlen gegen den Bruder meiner gelieb⸗ ten Louiſon hat das nichts geändert und jetzt habe ich mich an den Gedanken, daß Du zu Hauſe bleibſt, ſo ſehr gewöhnt, daß ich bereits eigennützige Pläne dar⸗ auf baue. Du wirſt und darfſt mir meine Bitte nicht verſagen. Eure Pläne, mögen ſie ſo finſter ſein, als ſie wollen, können ſich nicht gegen Frauen richten, ſeien ſie ſelbſt Weib und Mutter des gehaßteſten Ariſtokraten.“

„Gewiß nicht.“

„Nun alſo, Du mußt meine Mutter und Louiſon beſchützen, während ich im Felde bin, ihnen zur Seite ſtehen.“ Mondélion's Stimme zitterte ein wenig, als er ſagte:„Wenn ich falle. Du ſiehſt, ich nehme die Ereigniſſe, denen wir entgegengehen, nicht ſo leicht wie viele Andere; wir gehen einem ernſten, entſchloſſe⸗ nen Feind entgegen, der ſich ſchon ein halbes Jahr⸗ hundert rüſtet, um uns zu empfangen.“ Mondélion