170 ich die Kraft gehabt hätte, Louiſon's Wünſchen zu wi⸗ derſtehen“, ſagte Jean Jaccard traurig lächelnd und heftete ſeine großen Augen auf das erregte Geſicht des Schwagers.„Doch wäre es beſſer geweſen, ſchon jetzt die Trennung ſtreng durchzuführen, welche ja doch einmal eintreten muß. Alles trennt uns.“
„Düſterer Schwärmer!“ rief der Baron, mit freu⸗ digem Uebermuth den Kopf zurückwerfend.„Wer wird ſich von der Politik die natürlichſten Gefühle verküm⸗ mern laſſen!“
Jean Jaccard ſchüttelte den Kopf.
„Die Politik in des Wortes einſtiger Bedeutung würde mir nie das Herz beſchweren, aber das, was uns trennt, ſind Unterſchiede, welche wir, ſelbſt wenn wir wollten, nicht hinwegwiſchen können, wenn wir nicht auf uns ſelbſt, auf alle Bedingungen unſeres Seins verzichten wollen. Und das, wir fühlen es beide, dürfen wir nicht. Frage Deine Mutter, was ſie empfand, als ich ihr ſagte, daß meine Anſchauungen mir verböten, an dieſem Kriege Theil zu nehmen. Ich ſah an ihrem Blick, daß ich ihr fremder ward durch dies Wort als der Feind, den es zu bekämpfen gilt. Und warum einen Augenblick aufrichten, was ja doch mor⸗ gen wieder zuſammenbricht, warum uns einen Augen⸗ blick an einander ſchließen, wenn uns die Wogen der


