Teil eines Werkes 
4. Band (1872)
Entstehung
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der Weigerung Louiſon's auch eine bittere Demüthi⸗ gung für die adelsſtolze Matrone, aber René wollte ſeine Mutter auch nicht demüthigen; ſie hatte die Tren⸗ nung vollzogen, nicht er es ſollte dabei bleiben.

Finſter und verſchloſſen lebte der Baron nun da⸗ hin, Wochen, Monate. Sein kalter ſtrenger Blick ſchien Jedermann, der in ſeine Nähe kam, verantwortlich zu machen für die Wunde, die ſeinem Stolz und ſeinem Herzen beigebracht worden war. René Mondélion zuckte verächtlich die Achſeln über die Vorurtheile des Standes, dem er angehörte, und die er doch ſelber ſo lang getheilt, und ſein Auge blitzte auf vor Haß, wenn ihm in irgend einer Aeußerung des öffentlichen Lebens ein Funke jenes Plebejerſtolzes begegnete, der ihn an dem ſeltſamen Weſen, das er liebte, einſt ſo beglückt und nun ſo elend machte.

Immer wieder kehrten ſeine Gedanken zurück zu jener entſcheidenden Stunde, da das herrliche Weſen ſich mit der ganzen Kraft der Leidenſchaft ihm an die Bruſt geworfen: Nimm mich, ich bin Dein! So ſehr er ſich mühte, die Weigerung Louiſon's als die Ver⸗ irrung eines überſpannten, in der Phraſenſeligkeit un⸗ ſeres demokratiſirenden Zeitalters erkrankten Frauen⸗ gehirns zu belächeln, ein Seufzer drang zwiſchen den ſpöttiſch herabgedrückten Lippen hervor, in das düſtere