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Auge ſtahl ſich eine Thräne, er wurde die Erinne⸗ rung an jene Stunde nicht los, die Sehnſucht nach der Komödiantin vor ſich ſelber, wie er Louiſon ſeit⸗ dem gar oft im Zorn genannt, verfolgte ihn überall hin, in ſein Arbeitszimmer im ſtillſten Theile des Hotels, über die Boulevards, wo er vergeſſen wollte, in die Clubs, wo er las und— zum erſten Mal in ſei⸗ nem Leben— ſpielte. Jeder laute Tritt, der die ein⸗ ſamen Corridore des Hotels erdröhnen machte, zauberte ihm Louiſon als ſtolze Gebieterin dieſer Räume vor die Augen, die Stille, die ihn umgab, erdrückte ihn mit ihrer dumpfen Sehnſucht. Baron Mondélion war ſo weit gekommen, daß er ſogar einen Gedanken nicht mehr ganz zu bannen vermochte, der immer mächtiger auf ihn eindrang, immer verführeriſcher ihn umflüſterte. Wenn er ſie nicht als Frau beſitzen konnte, warum verſchmähte er ſie als Geliebte? Seiner Grundſätze wegen? Bah, wer kümmerte ſich hier in dem vergol⸗ deten Babel um Grundſätze! Weil er ſie ehrlich liebte? Durch dieſe Liebe war ſie jetzt vielleicht ſo elend wie er..
Die erſten Sturmvögel des Krieges flatterten auf. Aus den Pöbelhaufen, welche den geſetzgebenden Kör⸗ per umlagerten, ertönten bereits die erſten gellenden Rufe:„A Berlin! A Berlin!“


