17 ſeine Umgebung noch nie ſo genau hatte betrachten laſſen, erſchien ihm heute doch Alles etwas anders. Dorthin ſtellte er den Lederſtuhl gewöhnlich nicht. Und ſein Vater, der Oberſenn von der Braunalm, lächelte heute ganz ſonderbar und traurig von der Wand her⸗ unter. Vingris' vom Krankenlager noch etwas ge⸗ ſchwächte Nerven trieben ihm wieder ſiedendheiß das Blut nach den Schläfen.
Da ſchellte es. Die Glocke dröhnte ſchauerlich im Thorgang wieder. So hatte er ſie nie gehört. Die Narrenglocke! tönte es durch Vingris' Inneres. Aber mechaniſch ging er an das Wasiſtas und zog die Schnur.
Der Baron kam zu Fuß nach Hauſe.
Sein Geſicht war finſter und er hatte den Hut tief in die Stirn gedrückt.
Vingris' Gehirn durchzuckte es wie ein Blitz; der Baron allein konnte ſeine Zweifel löſen, der Baron wußte Alles— die Angſt vor ſich ſelber beſiegte in Vin⸗ gris die Schüchternheit vor ſeinem Herrn, raſch ver⸗ ließ er die Loge und lief ihm nach.
„Herr Baron!“ rief er leiſe, als er ihn im Hofe erreicht hatte.
Mondelion, erſtaunt über das ſeltſame Benehmen des ſonſt ſo beſcheidenen Dieners, blieb ſtehen.


