„Im Narrenhaus?“ „Ja, wohin Ihr auch zu gehören ſcheint, Ihr
langer Müßiggänger, der Ihr eine alte Frau ihre Ar⸗
beit nicht ruhig verrichten laſſen könnt. Weg da, Ihr Schnüffler, ſonſt fahre ich Euch mit meinem Beſen über die hübſchen Treſſen! Warum wißt Ihr nicht, was das ganze Viertel weiß? Ihr wollt mich am Ende nur ausſpioniren. Euch hat wohl der Curator geſchickt.“
Die ſchmuzige Hexe erhob drohend den Beſen.
Der Portier wich beſtürzt zurück.
„Im Narrenhaus!“ murmelte er und griff an ſeine eigene Stirn, als wolle er ſich überzeugen, ob dort noch Alles in Ordnung ſei. Am Ende war er ſelber ein Narr und befand ſich nicht in der Rue du Faubourg St.⸗Honoré, ſondern in Charenton, und das, was er für einen grünen goldbordirten Rock hielt, war eigentlich eine Narrenjacke und das Thor, das er öff⸗ nete und wieder ſchloß, nicht die Pforte des Mondé⸗ lion'ſchen Palaſtes, ſondern vielleicht die Tiſchſchublade ſeiner Narrenzelle. Schwitzend vor Angſt kam Vingris nach Hauſe. Das Thor, das er betaſtete, die gewohn⸗ ten Gegenſtände ſeiner Loge, die er zählte, beruhigten ihn wieder etwas über den eigenen Geiſteszuſtand. Aber alle Zweifel waren noch nicht geſchwunden. Aus keinem andern Grunde, als weil die Gewohnheit ihn


