währten Anziehungskraft der eigenen Reize galt, „unter mir is die Kundſchaft der Herren Bedienten auch net geringer worden. Ich geb' Ihnen die Brief' net um zwanzig⸗, net um fünfzigtauſend Gul⸗ den!“
Reſl ſchwieg und ein großer Entſchluß ließ ihr die Wangen höher glühen und raſch hob und ſenkte ſich ihre Bruſt, als ob ſie kürzer athme.
„Ich geb' Ihnen die Brief' und laſſ' Ihnen Ihren Baron umſonſt, wenn Sie aus mir eine Frau Baro⸗ nin machen wollen.“
Das große Wort war geſprochen.
Angelo war unmerklich zuſammengezuckt. Das ſpöttiſche Mitleid, das er zu heucheln verſuchte, gelang ihm nicht ganz.
„Das liegt allerdings ganz außer meiner Macht! Das kann nur der König.“
Ergrimmt ſah die Reſ'l ihn an.
„Sie verſtehn mich ganz gut, wenn S' nur woll'n. Heirathen ſollen Sie mich! Aber glauben's nur ja net, daß ich in Sie vernarrt bin“, ſetzte ſie eifrig hinzu,„ich hab' halt bei meinem Vater, der immer bei hohen Herrſchaften geweſen is, eine Narrheit für den Adel kriegt, und er hat mir auch immer geſagt: Reſ'l, Du biſt zu was Höherm gebor'n, hat er geſagt.
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