Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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Behalten S Ihre paar Gulden! Mein Vater hat manchmal geſagt, bevor er geſtorben is:Der alte Herr Baron thät' viele tauſend Gulden geben, wenn er die Briefe hätt', aber ich kann ſie ihm net geb'n, denn er könnt den Spaß übel nehmen und mich ins Gefängniß bringen. In ſolchen Sachen kann man dem alten Herrn nicht trauen. Heut' hat mir nun der Thomas beim Frühſchoppen erzählt, daß der alte Herr wahrſcheinlich wieder ſeinen Proceß mit Ihnen verlieren wird. Glauben S' net, daß der jetzt viel Geld geben würd', wenn er die Brief' hätt'?

Angelo wurde immer bleicher und bleicher. Aber je mehr ſich ihm das Vorhandenſein einer wirklichen Gefahr mit Beſtimmtheit aufdrängte, deſto ruhiger und geſchmeidiger wurde er Außerlich.

Ich weiß nicht, was mein Vater für die Briefe bezahlt hätte; laß ſie mich ſehen und dann will ich Dir dafür geben, was ſie für mich werth ſind.

Meint Ihr? höhnte die Reſ'l.Ihr müßt mich doch für ſehr dumm halten! Ich würde keinen von den Briefen wiederſehen, wenn Ihr ſie einmal in der Hand hättet. Auch liegt mir nichts am Gelde. Mein Vater hat mir die Wirthſchaft und das Grund⸗ ſtück hier ſchuldenfrei hinterlaſſen und unter mir, ſetzte ſie hinzu mit einem Lächeln, das wohl der be⸗