Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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Haupt des Freiherrn wird ſichtbar und ſein Hut be⸗ ſchreibt einen Halbkreis durch die Luft, daß er in der Nähe des zierlichen Steigbügels ankommt; der Ober⸗ körper des Cavaliers beugt ſich nach vorn, einen Augenblick ſteht das ſchöne Pferd auf ſeinen Hinter⸗ füßen, und die Vorderfüße greifen ein paarmal wie grüßend in die Luft.

Am hohen Bogenfenſter des Pavillons lehnt Erne⸗ ſtine und ihr bleiches Antlitz neigt ſich mit einem Lä⸗ cheln conventionellen Dankes.

Der Braune macht, vom Sporn des Reiters an⸗ getrieben, einen Sprung nach vorwärts und raſt da⸗ von auf dem einen der ſtrahlenförmig auseinander laufenden Wege, dem man vom Pavillon Tegernheim am weiteſten mit den Blicken folgen kann.

Dann mäßigte der Baron den raſchen Lauf ſeines Pferdes und ritt im kurzen Trab weiter, indem er nach engliſcher Art die Stöße ſeines Renners durch Heben im Sattel auffing.

Der raſche Ritt hatte ſeine gewöhnlich ſehr bleichen Wangen geröthet, und in ſeinen Augen ſchimmerte ein Funke ſtolzen Uebermuthes.

Und in der That, er hatte Urſache, ſiegesfroh zu ſein!

Der König hatte ihn bald nach der Audienz ſei⸗