219
jagen, und läßt ſeinen ausgezeichnet dreſſirten Braunen im kürzeſten Tellergalopp den Teich vor dem Pavillon Tegernheim umkreiſen. Angelo von Tondern weiß die zierlichen Bewegungen ſeines Thieres ſo ſehr zu mäßigen, daß der Schwan, der mit gebauſchten Flügeln und zornigem Ziſchen unweit des Ufers folgt, ſtets neben dem eleganten Vierfüßler zu bleiben vermag.
Angelo trägt einen braunen Reitfrack mit goldenen Knöpfen, der um einen Ton heller iſt als das Haar ſeines Pferdes, ein dunkelgelbes, bis an die feinen Drahtſporen reichendes Beinkleid und einen Seidenhut neueſten Pariſer Modells. Seine kleinen Hände, welche die ſchmalen Zügel und einen Stock mit großem flachem Elfenbeinknopf halten, ſtecken in roſtfarbenen Hand⸗ ſchuhen und bewegen ſich kaum merklich, wenn der Baron ſeinen Braunen„von der rechten auf die linke Hand“ und umgekehrt„wechſeln“ läßt, Bewegungen, die das prächtige Schulpferd mit der Präciſion und Zierlichkeit eines Tanzmeiſters ausführt.
Wieder iſt Angelo vor dem Pavillon angelangt. Der Braune macht ſeine Galoppſprünge faſt auf einer Stelle, und die ſchwarzen Augen ſeines Reiters blicken verſtohlen unter der Hutkrempe hervor nach aufwärts.
Jetzt legt ſich das gelbe Beinkleid feſter an den
Leib des gehorſamen Thieres; das ſorgfältig friſirte


