Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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39 ſuchte mit der bebenden Hand das blonde lockige Haupt des Knaben.

Dann hörte der blonde Knabe die ſanfte Stimme ſeiner Mutter, die ruhig und ohne zu beben zu ihm

niederklang.

„Ich kenne keine andern Befehle als Deine, Hermann! Von dem Tage an, da Du mich aus den Händen des Wahnſinnigen befreiteſt, den Gottes und

meiner Eltern Wille mir zum Gatten und Herrn ge⸗

geben, iſt meine Seele Dein volles unbeſchränktes Eigenthum! Verfüge über mich und Deinen Sohn, befiehl, was ich thun ſoll; ich werde Dich nicht um Gründe fragen, ich werde ohne Klage Alles für Dich erdulden— ſelbſt die Trennung von Dir!“

Die beiden hohen Geſtalten lehnten aneinander, ſtolz und rein und edel, als wollten ſie zuſammenſtehen für eine Ewigkeit.

Und der Knabe, deſſen Hand die Mutter preßte und in deſſen blonden Locken die kalten zitternden Finger des Vaters wühlten, war Johann Helmberg, den man bis zu jenem Tage den jungen Freiherrn Hans von Tondern genannt hatte.

Und jener Mann, den ſchon damals die Phan⸗ taſie des Knaben als den Urheber aller Schrecken an⸗ ſah, die er erſt nach und nach zu faſſen vermochte,