Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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der hohen feinen Geſtalt hätte ruhen können. Das vom raſchen Ritt erhitzte Geſicht des Jünglings wurde bleicher, als da ihn Niederhuber zu dem Beſuch bei dem Oberſtſtallmeiſter zwang.

Den Oberſtſtallmeiſter hatte er nie zuvor geſehen, aber ſein Geſicht und Benehmen hatten alle Befangen⸗ heit ſchwinden gemacht, und er gedachte des hochge⸗ ſtellten Bruders nur noch mit dem Gefühle grenzen⸗ loſer Hingebung. Den Mann, deſſen Antlitz er jetzt, umrahmt von den dichten Hecken des Parkweges, vor ſich ſah, mit demonſtrativer Ruhe und Gleichgültigkeit wartend, bis kein Stäubchen, aufgewirbelt von den Hufen des vorübereilenden Pferdes, ſeinen elegan⸗ ten Geſellſchaftsanzug mehr erreichen konnte, dieſen Mann kannte er; er hatte ihn nur einmal geſehen, und dennoch war ſein Bild in des Jünglings Erinne⸗ rung eingegraben; dieſer Mann war es, der ihn und ſeine Mutter gleich Heimatloſen und Verbrechern aus dem Hauſe ſeines greiſen Vaters fortgetrieben, der Richter und Schergen aufgeboten hatte gegen Va⸗ ter und Bruder!

Mit unauslöſchlichen Farben hatte ſich das Bild von damals in Johann's Seele gebrannt: ſeine bleiche Mutter mit den feinen ſtolzen Zügen, um de⸗ ren ſchmale Lippen ſtumme Worte des bitterſten Wehs

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