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Schloß herführten, ein hoher ſchlanker Herr. Derſelbe war etwa zweiunddreißig Jahre alt, trug Civilklei⸗ dung und hatte auf den erſten Anblick das Ausſehen eines Hofmannes oder höheren Militärs. Seine Be⸗ wegungen waren ſicher; eine überlegene, faſt ſpöttiſche Ruhe lag in ſeinem abgeſpannten Geſicht, welches faſt allein durch das dunkle Haar, die ſchwarzen Augen und den weit am Kinn herabreichenden Schnurrbart etwas Leben erhielt, übrigens ein Geſicht, das man hätte ſchön nennen können, wenn ſeine fahle Bläſſe und blaſirte Unbeweglichkeit nicht unwillkürlich einen fatalen und fremdartigen Eindruck hervorgerufen hätten.
Die Kreuzung der Wege brachte es mit ſich, daß der Fußgänger einen Augenblick warten mußte, um den Reiter vorüber zu laſſen.
Er that das, wie der moderne Ariſtokrat, den Zufall oder Laune unter das Publikum der Trottoirs führt, nicht die fragliche Unterordnung des Plebejers ertrotzt, ſondern ſteif und ruhig wartet, bis der Mann vorüber iſt, um vor der unzukömmlichen Berührung ſich zu ſichern.
Der kurze Galopp, in dem Johann Helmberg an dem Herrn vorüberflog, war nicht raſch genug, daß
des Bereiters Auge nicht einen Moment lang voll auf v Schlägel, Die Ritter der Gegenwart. I. 3


