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nicht Ihnen, gewiß nicht— Ihnen bin ich gern ge⸗ fällig. Sagen Sie mir nur, was ich für Sie thun kann.“
Die leichthin geſprochenen Worte des Grafen hat⸗ ten etwas von dem Klang der flüchtigen Schritte eines Wanderers, der über die ſchwache Brücke eines Ab⸗ grundes raſch hinwegzueilen ſucht, eines Abgrundes, in den er nicht zu blicken wagt. Tiefer Ernſt war auf dem jugendfriſchen, lebensfrohen Geſicht eingekehrt.
Johann Helmberg war regungslos ſtehen geblie⸗ ben.„Es war nicht meine Schuld, die mich Excellenz ſo überraſchend vor die Augen führte— ich bat um eine ganz gewöhnliche Vergünſtigung, die ſonſt der Herr Stallmeiſter ſtets ſelbſt gewährt hat. Diesmal hielt derſelbe es für nothwendig, daß ich dieſe Bitte an Eure Excellenz ſtelle. Mein Vorgeſetzter ließ mir nur die Wahl zwiſchen einem unmännlichen Zurückweichen oder der Beläſtigung Eurer Excellenz. Ich habe vor Niemand die Augen niederzuſchlagen; ich konnte mich dem allgemeinen Geſpötte nicht ausſetzen.“
Der Graf hatte mit immer lebhafterem Intereſſe zugehört. Seine Hand zuckte ein paar Mal, als wolle er ſie dem jungen Manne reichen, die warme Färbung kehrte auf ſein Antlitz zurück, und die höfliche Ruhe war erkünſtelt, mit der er dann fragte:


