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„Helmberg? Wo iſt der Bereiter Helmberg? Iſt er in Fels?“
Der Graf ſchien ſehr überraſcht, verlegen und halb unterdrückt malte ſich eine tiefe Bewegung noch zum Theil auf ſeinem friſchen, leichtſinnigen Antlitz.
Johann Helmberg war vorgetreten in das volle Licht; mit tiefem Ernſt, aber mit der vollendet⸗ ſten Ritterlichkeit verbeugte er ſich vor ſeinem Vor⸗ geſetzten.
„Der Bereiter Helmberg, Excellenz, bin ich.“
Die Blicke des Grafen irrten einen Augenblick unſicher über die kleine Geſtalt; auf dem Antlitz Jo⸗ hann's blieben ſie etwas mißtrauiſch haften. Der ſtolze, faſt abweiſende Zug darauf und die ſtreng dienſtliche Haltung des jungen Mannes ſchienen die bitteren Worte zurückzuhalten, welche die breite Bruſt des Oberſtſtall⸗ meiſters bereits ſchwellten; der beinahe verächtliche Hohn, welcher ſeine vollen Lippen krümmte, verſchwand allmälig wieder, und nur der Hofmann blieb übrig, der ſich in kühler Herablaſſung vor dem jungen Be⸗ amten verbeugte.
„Ah, Sie ſind Herr Helmberg? Wir ſahen uns früher nie, ſoviel ich weiß. Ich hatte keine Ahnung, daß Sie mit dem König hierher kamen. Verzeihen Sie deshalb meine Ueberraſchung von vorhin— ſie galt
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