Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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er einen Peitſchenhieb empfangen. Mit bleichem Ge⸗ ſichte und leiſe zitternden Lippen ſtarrte er den Stall⸗ meiſter an, als begehre dieſer etwas Schreckliches von ihm. Dann ſchoß wieder hellrothes Blut in das junge Antlitz, ein Blick voll verächtlichen Haſſes traf den mißgünſtigen Vorgeſetzten, und unter dem weißen Flaum des Schnurrbartes, zwiſchen den kleinen Zähnen hervor ziſchte es:

Gut, Herr Stallmeiſter, ich werde zu Seiner Excellenz gehen; ich habe vor Niemand die Augen nie⸗ derzuſchlagen, ich fürchte Niemand. Ich wußte nicht, daß Excellenz ihre neue Stellung ſchon angetreten haben. Ich werde ſogleich gehen.

Es war nicht ſchwer, den Kampf wahrzunehmen, der während dieſer raſch hervorgeſtoßenen Worte in der Bruſt des jungen Mannes tobte und deſſen Gründe alle Umſtehenden wohl zu kennen ſchienen.

Die Blicke der einen ruhten mit kaum verhohlener Schadenfreude, die des Oberbereiters mit unverkenn⸗ barer Theilnahme auf Johann Helmberg, der ſich be⸗ reits halb zum Gehen gewandt hatte. Die Stimme des Stallmeiſters hielt ihn noch einmal zurück⸗

Es iſt gegen das Dienſtreglement, daß Sie allein Ihre Bitte vortragen; ich werde Sie begleiten und Sie Seiner Excellenz vorſtellen.