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blaſen der Stallmeiſter ſich ſpreizte, wenn der windigſte Kammerjunker ihn eines Wortes würdigte, wie ſehr er ſich bei jeder Gelegenheit devot unverſchämt in die Nähe der hoffähigen Chargen drängte, und die Ver⸗ ſöhnlichkeit, die einen Augenblick aus ſeinen blauen Augen leuchtete, verſchwand wieder zum Theil. Auch ſchien ihm der Gegenſtand des Geſprächs höchſt pein⸗ 4 lich, und wohl Minuten lang hielt der Stallmeiſter ſeine Hand ausgeſtreckt in der Luft, Helmberg ergriff ſie nicht.
„Ich hatte gebeten, daß Sie mir den Sultan zu⸗ theilen möchten, Herr Stallmeiſter!“
Die ausgeſtreckte Hand des letztern ballte ſich; die Haut, die ſich ihm knapp über Naſe und Backen⸗ knochen ſpannte, zog ſich um den Mund in hundert feine Fältchen zuſammen, und in den braunen ſtechen⸗ den Augen lauerte unverſöhnlicher Haß.
„Das kann ich einem ſo jungen Bereiter nicht ſo zugeſtehen“, polterte er dann;„es ſind ältere, verdienſtvollere Leute da! Ich kann Ihnen den Sul⸗ tan nur zutheilen, wenn Seine Excellenz der Herr Oberſt⸗ ſtallmeiſter ſeine Einwilligung gegeben. Der Herr Oberſtſtallmeiſter ſind ſeit geſtern in Fels— gehen Sie zu Excellenz!“ 3„
Bereiter Helmberg war zuſammengezuckt, als habe


