Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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280 Erneſtine bemerkte zuerſt das Fernbleiben der Gräfin; ſie näherte ſich ihr und ergriff ihre Hand. Auch Tegernheim kam wie ängſtlich und fragte:

Aber jetzt wirſt Du doch den Kindern Deinen Segen nicht vorenthalten, liebe Mathilde?

Die alte Gräfin war ſolcher Empfindungen wie die, von denen ſie eben jetzt beherrſcht wurde, ſo un⸗ gewohnt, daß ſie, daran verzweifelnd, auszudrücken, was ſie fühlte, dem Gatten und der Tochter die Hand reichte und haſtig ſagte:

Nein, nein! Ich ſegne Euch ja dafür, daß Ihr glücklich geworden ſeid malgré moi! Aber glaubt mir doch! Ich habe Euch nicht unglücklich machen wollen; ich dachte nur für Euer Beſtes zu ſorgen gewiß, nur dafür.

Dann legte ſie, von Rührung übermannt, ihre Arme um Gatten und Tochter und ſagte ſchluchzend: Verzeiht, verzeiht mir!

Der erſte Sturm der Gefühle hatte ſich gelegt, man wollte ſich eben zu einem raſch improviſirten Mahle begeben, da erſchien auch der Major von Bär, welcher von der Anweſenheit der Tondern in dem Tegernheim'ſchen Hauſe gehört hatte. Er wollte den Beſuch des einſtmaligen Batteriechefs nicht in ſeiner