„Allerdings, Hans ſprach mir davon“, ſagte der Freiherr ſinnend.„Und die jungen Leute— Sie ver⸗ zeihen mein Intereſſe an der Sache!— fanden bereits Gefallen an einander, als ſie ſich in ſo verſchiedener Lebensſtellung befanden?“
„Mehr, als uns damals lieb war!“ bemerkte der Graf mehr aufrichtig als hofmänniſch.„Und dieſes Intereſſe ſcheint durch die vorgegangenen Veränderun⸗ gen ſo wenig abgeſchwächt zu ſein, daß ich meinen Schwager Wodny davon unterrichten und ihn bitten werde, die Aufſicht über ſeine Tochter ſelbſt zu über⸗ nehmen, ſo ſchwer es mir wird, mich von der kleinen Eva zu trennen.“
„Vielleicht wird das gar nicht nöthig ſein!“ meinte der Freiherr und näherte ſich Eva, welche er bald in ein Geſpräch verwickelt hatte, das ihm in weniger als einer Viertelſtunde einen ſeltenen Schatz von Frohſinn und Gemüthstiefe zeigte, ſodaß er den Grafen noch vor Beginn der Tafel beiſeite nehmen und ihm ſagen konnte:
„Wenn Sie Ihrem Schwager Wodny ſchreiben, ſo erinnern Sie ihn doch an einige heitere Wochen, die er und ich am Wiener Hofe zuſammen verlebt, und fragen Sie ihn, ob er etwas gegen unſern Beſuch einzuwenden habe, wenn ſeine Tochter unter ſein Dach


