Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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pen weiß und ſeine Arme hingen herab wie die eines Todten.

Mit einem Schrei wildeſter Seelenangſt warf Erneſtine ſich vor dem Seſſel nieder und erfaßte die kalten Hände, die ſtarren Arme.

Er ſtirbt! er ſtirbt! Ich Unſelige habe vollendet, was ich begonnen! Ulrich! Ulrich! Ich will ja Alles thun, was ich ſoll; ich will vor aller Welt, vor Dir für falſch und eitel gelten, will Alles hinter mich werfen, was ich bisher geglaubt, nur lebe, Ulrich, lebe! Ich kann ja nicht einmal ſterben ohne Dich! Ulrich, ich will Dir gehören ohne Reue, ohne Wahl! Man ſoll mich ja verhöhnen dürfen, weil ich den Muth hatte, Dein Weib zu werden! Nur lebe, Ulrich, lebe für mich!

Langſam und verwirrt ſchlug der Ohnmächtige die Augen auf. Er ſchien die letzten Worte gehört zu haben, und mit halbem Bewußtſein um ſich blickend, legte er den Arm um Erneſtinens Nacken und ſagte mit ſchwacher Stimme:

Wer verhöhnt mein Weib?

Schweigend verbarg Erneſtine ihr thränennaſſes Antlitz in ſeinem Schooß, dann löſte ſie mit der Lin⸗ ken Kreuz und Kette von ihrem Halſe und legte ſie ohne aufzuſehen zwiſchen die Lieder des ritkerlichen Sän⸗