Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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mich nicht befreit und wenn Sie ihn auch ins Herz

getroffen! Das iſt's, was uns trennt, uns für immer trennen muß! fuhr Erneſtine energiſcher und mit hoch erhobenem Haupte fort.Glauben Sie nicht, daß ich in demſelben Augenblick, wo ich, jede Rückſicht unter die Füße tretend, zu dem Verwundeten eilte und ſeine Pflege forderte als mein Recht, daß da der Reſt von Stolz, der mir geblieben iſt, jede ſelbſtſüchtige Hoffnung erſticken mußte, wenn ich die einfachſte und natürlichſte Handlung nicht zur erbärmlichſten Farce herabwürdigen wollte? Nun ja, Ulrich, wenn Ihrem Stolz dies Geſtändniß ſchmeichelt, ich liebte Sie, liebte Sie immer, ſelbſt da, wo ich Sie verrieth in Schmerz und Zorn! Daß ich Ihnen das ſage, mag Ihnen beweiſen, daß ich abgeſchloſſen habe mit Allem, daß nichts mich bewegen kann, einen ehrlichen Mann, der ſich für mich geopfert, zum Dank die Schmach meines eigenen Namens theilen zu laſſen!

Lange ſchaute Ulrich wie traumverloren vor ſich hin, dann hob er das Haupt und ſagte klanglos:

Nichts? Dann leben Sie wohl!

Ulrich, was bedeutet dieſer ſeltſame Ton? Ich hoffte, wir würden im Frieden von einander ſcheiden!

Ich kann, ich darf ja nicht anders um Ihretwillen,

Ulrich, um Ihretwillen!