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„Nein, nein! Wer, ſelbſt zum Tode verwundet, noch ſeinen Gegner zu tödten ſucht, der hat Energie und Seelenſtärke genug zum Leben! Träumen Sie ſich nicht in eine Empfindung hinein, die doch nur das Reſultat einer Sie überraſchenden Nachricht und mehr noch Ihrer körperlichen Schwäche iſt.“
„Das Reſultat meiner körperlichen Schwäche“, ſagte der Graf bitter,„iſt nur die Ruhe, mit der ich Ihnen zuhöre. Wenn dies kaum fieberfreie Herz nicht ſeine Wände zerſprengt, ſo iſt es nicht Ihre Schuld, mein aufopfernde Pflegerin! Wollen Sie hören, wa⸗ rum ich mich noch auf den Knieen aufrichtete und auf meinen Gegner ſchoß? Nicht aus Rachſucht, bei meiner Ehre nicht! Ich wollte ihn tödten, weil jeder Schatten, der von ſeiner düſteren Geſtalt auf ſeine Verlobte fallen konnte, ausgelöſcht werden mußte mit ſeinem Leben!“
Die Hand auf der Bruſt ſaß der Graf da, und mit bewunderungsvoller Scheu ſah Erneſtine in ſeine klar und betheuernd auf ſie gerichteten Augen.
„Das iſt's! das iſt's!“ ſagte ſie leiſe und faſt unhörbar.„Sie konnten mich wohl von ihm befreien; aber von der Erinnerung, die Braut eines Verbrechers geweſen zu ſein, von dieſer Schmach hätte Ihre Kugel


