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265 ten und Beſtrebungen für das Wohl der Ihren ſchließ⸗ lich zu einem unwiderſtehlichen Bedürfniß zu herrſchen geworden waren, das jeder neue Erfolg aufs bedenk⸗ lichſte ſteigerte.
Wie alle tyranniſch angelegten Naturen hatte ſie verſucht, wie weit ſie gehen konnte, und bei jedem ge⸗ wonnenen Schritt Terrain ſah ſie ſich auch bereits nach einem neuen um. Das maßloſe Erſtaunen, das ſie im erſten Augenblick ſich fügen ließ, hatte allmälig andern Empfindungen Platz gemacht. Jedoch nicht ſofort und ohne Kampf vollzieht ſich bei ſo energiſchen Naturen und in ſo vorgerückten Jahren eine Wand⸗ lung, wie ſie ſich bei der Gräſin vorbereitete. Das Fiasco ihrer letzten Experimente hatte ſie wohl unſicher gemacht; doch noch gab es bittere Stunden genug, wo es ſie wie Mitleid mit ſich ſelber überkam, und noch immer hielt es ihre Umgebung zu Zeiten nicht für ganz gefahrlos, in ihre Nähe zu kommen; allein die wohl⸗ thätige Veränderung machte ſich doch immer mehr gel⸗ tend, und der Graf, der ſeine Gattin mit tiefer Rüh⸗ rung beobachtete, ſie jedoch ſtill gewähren ließ, gewann immer freudigeres Vertrauen für eine ſonnigere Zu⸗ kunft.
Auch in Erneſtinens Zimmer, das über der Schnörkeltreppe des Pavillons lag, wo der Jagdwagen


