Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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ner Mutter und ſeinem Bruder ſein ganzes verfügba⸗ res Vermögen rechtsgültig vermacht und mir— ſei⸗ nem Freunde— die heilige Pflicht aufs Herz gebun⸗ den, einzutreten an ſeiner Stelle für die Ehre ſeiner Mutter, für die Rechte ſeines Bruders. Nach den Aufklärungen, die mir Graf Ulrich damals über die Geſchichte ſeiner Mutter und ihr Verhältniß zu dem Freiherrn gegeben, erfülle ich, ſoweit meine Kräfte reichen, dieſe Sendung.“

Halb unwillig, halb erſtaunt hörte der Fürſt dieſe ungewöhnliche Sprache.

„Aber der Freiherr ſelbſt hat nie verſucht, das Zeugniß des verſtorbenen Grafen zu entkräften! Wenn es eine andere, für ihn günſtigere Lesart gab, ſo war es Selbſtmord, ſie zu verſchweigen!“

„Majeſtät, dies Schweigen entſprang demſelben Edelmuth und Zartgefühl, welches dem Freiherrn auch gebot, drei Jahrzehnte lang einen Erben ſeines Namens zu dulden, der nicht ſeines Blutes war, ja, der ihn auf das bitterſte verfolgte! Es widerſtrebte ihm, den Gatten des Weibes, das er bewunderte um ihrer ſchweigenden Aufopferung willen, des Wahn⸗ ſinns anzuklagen, des Wahnſinns, der das eigene ſchuldloſe Weib ermorden wollte. Der Freiherr hatte den Geiſteszuſtand des Grafen längſt geahnt— ohne