Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

36

hand dorthin gewälzt worden war. Auch auf dem Wege hierher waren mir öfter Spuren aufgefallen, als folge der Graf einem Wege, den er oder ein An⸗ derer vor kurzer Zeit gegangen.

Das Antlitz Deines Vaters hatte ſich verändert. Ein wilder grauſamer Jubel war an die Stelle des unruhigen Mißtrauens getreten, mit dem er mich den ganzen Weg über betrachtet hatte.

„Kniee nieder!“ herrſchte er, indem er meine bei⸗ den Handgelenke faßte, als ob er ſie zerdrücken wolle, und ſtarrte mich mit trüben, blutunterlaufenen Augen an. Ich that, wie er befahl.

„Denk an Deinen Sohn!“ bat ich nur.

Er lachte laut und gräßlich und äffte meine Stimme nach, wie ein bösartiges Kind.

„Hahaha!“ lachte er dann wieder.„Du haſt mich umbringen wollen, jetzt mache ich Dich todt und morgen ihn— alle beide— alle beide! Und ich allein bleibe am Leben! Hahaha!“ Und er ſchüttelte ſich vor grauenhafter Wonne. Dann zog er eine Piſtole aus der Taſche, die er mit der Freude, welche Kinder oft an ähnlichem Werkzeug haben, ſtets mit ſich führte, und richtete ſie auf mich. Ich erwartete den Tod. Er hatte nach all dem Grauenvollen nichts Schreck⸗ liches mehr für mich. Nur der Gedanke, daß ich Dich

₰

—