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beobachtet, habe er mich allerdings anders beurtheilt; dann aber habe ihn der herriſche Ton, den mein Ge⸗ mahl auch vor Andern gegen mich angenommen, im⸗ mer aufs tiefſte verletzt.
Dir, mein Sohn“, fuhr die Gräfin fort,„brauche ich wohl nicht zu verſichern, daß nie ein Wort, nie ein Blick des Freiherrn die Achtung verletzte, die er der Gattin eines Andern ſchuldig war; und wie ich ihn ſpäter kennen lernte, hätte er eher ſich ſelbſt ver⸗ nichtet, als mich in eine Lage gebracht, die ihm mei⸗ ner unwürdig erſchien. Ich ſelber kann mir das Zeug⸗ niß geben, daß ich Tondern bisher nie eine andere Aufmerkſamkeit geſchenkt hatte, als wozu ich durch die Form geradezu verpflichtet war.
Nach alledem und da ich nur Edles von ihm wußte— er war ein Menſch, über den die Läſterſüchtig⸗ ſten nichts zu ſagen wußten, als daß er zu gut ſei— ſtand ich nicht an, ihn zu empfangen. Offen, vor al⸗ ler Dienerſchaft, trat er bei mir ein, beſtäubt und in großer Bewegung; er theilte mir mit, der Graf ſei zu Fuß und in großer Aufregung zu ihm gekommen, habe ganz ſeltſame und unverſtändliche Reden geführt und ihn zuletzt zum Zweikampf auf Leben und Tod gefordert. Aus den zarten Andeutungen, welche Ton⸗ dern machte, mußte ich annehmen, daß die wenigen


