Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Brüten oder Raſerei in dieſe Stimmungen theilte ſich ſein Leben. Nie hörte ich ihn ſcherzen, ſelten lachen, und dann war es immer ein ſo fremder Ton, der ihm nicht eigen war und den er erſt von Andern gelernt zu haben ſchien.

So blieb es auch, als Du geboren warſt, mein Ulrich! Manchmal litt ich die höchſte Seelenangſt für Deine zarten Glieder, wenn Dein Vater Dich aus der Wiege nahm. Einmal hob er Dich, den zarten Säug⸗ ling, zu ſich aufs Pferd und jagte mit Dir im Forſt umher, bis er Dich mürriſch wiederbrachte, weil Du ſo arg ſchrieſt.

Dann ſchien er Monate lang vergeſſen zu haben, daß Du ſein Kind warſt, bis eine Kleinigkeit, ein Zu⸗ fall wieder den Sturm der Vaterliebe über Dich da⸗ hinbrauſen ließ.

Kaum konnteſt Du gehen, als Dein Vater an⸗ fing, Dich in den ritterlichen Uebungen bilden zu wol⸗ len, in denen er Meiſter war. Du warſt noch nicht ganz drei Jahre alt, als Du ſchon ohnmächtig und blutend zu mir gebracht wurdeſt, weil Du vom Pferde gefallen warſt, auf dem Dein Vater Dich reiten lehren wollte, und kaum ſechs, als Du Dich vor dem Rappier des eigenen Vaters flüchten mußkeſt, der wüthend auf Dich einhieb, weil Du den kleinen Degen, den er Dir